Communiqué zur revolutionären 1. Mai Demonstration 2026 in Bern

Starke Beteiligung am revolutioinären 1. Mai in Bern. 1500 Menschen nahmen an der unbewilligten Demo unter dem Motto: "Klassenkampf statt Vaterland - Kein Krieg auf dem Rücken unserer Arbeit" teil . Die Stimmung an der Demostration war kämpferisch.


Gestern um 18:00 Uhr formierte sich die Revolutionäre 1.Mai Demonstration im Berner Rosengarten. 

Über 1000 Menschen besammelten sich dort, weitere Teilnehmer*innen schlossen sich dem Umzug unterwegs an. So wuchs der lautstarken und kämpferischen Zug durch Bern bald auf 1500 Leute an. 


Unterwegs hielt die Demo an zentralen Plätzen, wo über Lautsprecher Reden gehalten wurden. Besonders die Themen Krieg, Ausbeutung und der Kampf für eine andere Zukunft wurde von den Redner*innen betont. 


Beim Rosengarten wurde ein Transparent entrollt. Auf über 240 Quadratmeter war zu lesen: "Solidarität mit den Arbeiter*innen der Welt. No war but class war. Smash Imperialism. Hoch die internationale Solidarität".


Inhalte der Reden waren unter anderem Folgende:


  • "Wir machen keine Trennung anhand nationaler Linien. Wir ziehen den Strich zwischen oben und unten,  zwischen Bourgeoisie und Arbeiter:in. Wir wollen keinen verdammten Scheisskrieg. Nirgendwo."


  • "Wir sind wütend, dass in Palestina, Kongo und Sudan nach wie vor Genozide verübt werden, die durch den Westen und die Schweiz als Teil dieses imperialistischen Systems mitgetragen und finanziert werden."


  • Beim Zytglogge machten kurdische Genoss:innen in ihrer Rede auf die weiterhin sehr angespannte Lage in Rojava aufmerksam. Ebenso wurde die Bedeutung des 1. Mai für die kurdische Bewegung hervorgehoben.


  • Vor der UBS kam es zu einer weiteren Aktion: Körpertreile von Puppen, blutrote Farbe und 1000er-Noten mit Kriegsbilder aus Gaza kennzeichneten die Bank als Kriegstreiberin.


Die Demo zog über die Gerechtigkeits- und Kramgasse durch die untere Altstadt hin zum Bundesplatz, vorbei an der offiziellen Mai-Feier der Gewerkschaften und Parteien.  Unterwegs wurden tausende Flugblätter an Passant*innen verteilt. Der Umzug endete auf der Schützenmatte, wo er sich auflöste. Im Anschluss fand bei der Reitschule ein revolutionäres 1. Mai-Fest statt.


Unter dem Motto "Klassenkampf statt Vaterland - Kein Krieg auf dem Rücken unserer Arbeit"" setzten wir so ein starkes Zeichen gegen Krieg, Kapitalismus, Ausbeutung, Grenzen, Klimakrise, Rassismus, Patriarchat und Faschismus.


Gemeinsam kämpfen wir weiterhin für eine Welt, in der viele Welten Platz haben. Wir fordern die Enteignung der globalen Grosskonzerne und Banken und setzen uns für eine Umverteilung der Ressourcen ein. Wir stellen uns gegen alle Kriege der Welt, welche nur den Mächtigen dienen, die mit Nationalismus und Hetze von Poblemen ablenken, die ihre kapitalistische Produktionsweise und ihre imperialistische Politik verursachen.


Die Grenzen verlaufen nicht zwischen den Staaten, sondern zwischen oben und unten. 


Solidarische Grüsse gehen raus an unsere revolutionären Genoss*innen in Basel, Zürich und anderswo, die sich heute für dieselbe Sache die Strasse nahmen. ❤️🖤💜


Es lebe der 1. Mai!


Heraus zum 1. Mai

Klassenkampf statt Vaterland - Kein Krieg auf dem Rücken unserer Arbeit


Waffen und Krieg sorgen für Sicherheit? Als ob!

Die Militarisierung der Schweizer Gesellschaft schreitet voran. Nebst immer höheren Beträgen, die in die Schweizer Armee gepumpt werden, dienen die konstanten Forderungen nach Aufrüstung dem Zweck, die Schweizer Bevölkerung auf eine nationalistische Linie zu bringen. Der Bund kündete sowohl umfangreiche Sparmassnahmen, als auch eine Erhöhung der Mehrwertsteuer an. Dass gerade die Erhöhung der Mehrwertsteuer vor allem armutsbetroffene Menschen zur Kasse bittet, wird in Kauf genommen. 

Während der Grossteil der Schweizer Bevölkerung für die Aufrüstung aus eigener Tasche bezahlt, freuen sich nationale und globale Rüstungskonzerne über stetig wachsende Gewinne. So mischt auch der Kanton Bern fleissig mit. Mit klassischen Argumenten wie der "wirtschaftlichen Entwicklung" oder der "öffentlichen Sicherheit" wird beispielsweise der Ausbau einer Munitionsfabrik in Wimmis im Eilverfahren durchgewunken.

Die in Bern hergestellte Munition dient keineswegs der Sicherheit der eigenen Bevölkerung, sie dient vor allem der Gewinnmaximierung der Schweizer Rüstungsindustrie. Folglich sind Schweizer Waffen und Kapital an Krieg und Elend auf der ganzen Welt beteiligt. Im "neutralen" Waffenexportland Schweiz ist das aber nie Thema. 


Sicherheit für Landesgrenzen auf Kosten der echten Sicherheit für die Bevölkerung

Wie es um reale Bestrebungen nach "öffentlicher Sicherheit" aussieht, zeigte beispielsweise die Nationalratsdebatte Ende letzten Jahres. Nur mittels öffentlichem Druck konnte der Nationalrat dazu gebracht werden, Gelder zur Bekämpfung von geschlechtsspezifischer Gewalt zu sprechen. Dies obschon geschlechterspezifische Gewalt in der Schweiz stetig zunimmt und alleine im Jahr 2025 von 27 Feminiziden berichtet wurde. Der Schweizer Rüstungsapparat wird ausgebaut, der Sozialstaat hingegen massiv abgebaut. Im Asyl-, Gesundheits- und Bildungswesen fehlt es seit jeher an Personal, Geld und Infrastruktur. Die horrenden Bedingungen in Asylunterkünften, der Lehrer:innenmangel an Schulen und die zunehmenden katastrophalen Bedingungen in Gesundheitseinrichtungen sind nur einige Beispiele dafür. Ausgaben, auf die Arbeiter:innen (insbesondere von Armut betroffene Personen) angewiesen sind und von denen sie profitieren könnten, werden weggekürzt. Parallel dazu werden Menschen mit hohen Einkommen oder mit grossem Vermögen am laufenden Band Steuergeschenke gemacht. Wie immer sollen Arbeiter:innen den Gürtel enger schnallen, während hohe Einkommen oder Vermögen nicht besteuert werden. 

Die fortschreitende Militarisierung kostet uns nicht nur unsere Gesundheit, Bildung und soziale Gemeinschaft. Sie kostet Menschenleben und führt zu Kriegstraumata, Hunger und Vertreibung auf der ganzen Welt. Die Liste aktueller Krisen, Kriege und Genozide ist lang. Aktuell zeigt sich nicht nur im Sudan, Palästina, Rojava, Ukraine, Iran und Libanon, welches Ausmass die kapitalistische Ausbeutungsmaschinerie mit sich bringt, sondern auch an den EU-Aussengrenzen, wo geflüchtete Menschen systematisch umgebracht werden. Das Streben nach imperialistischer Einflussnahme, allen voran durch die USA, Israel und weitere Grossmächte, kennt keine Skrupel. Die Schweiz ist keinesfalls neutral, im Gegenteil: Schweizer Kapital ist an allen Kriegen und Krisen dieser Welt beteiligt. Zusätzlich kann sich die Schweiz als selbsternannte "Friedensvermittlerin" auf der internationalen Bühne hervorragend profilieren. Der menschenverachtende Charakter dieser kriegstreiberischen Politik wird durch den Rechtsrutsch in und um Europa begünstigt. Das Grenzregime der Festung Europa wird fortlaufend ausgebaut, ebenso wird antikapitalistischer Widerstand zunehmend unterdrückt und mit Repression begegnet.


Das Problem heisst Kapitalismus 

Der Kapitalismus hat sich heute weltweit durchgesetzt. Dieses ausbeuterische Wirtschaftssystem basiert auf einer Klassengesellschaft, in der die Mehrheit der Menschen der Arbeiter:innenklasse und eine kleine Minderheit der herrschenden Klasse (Bourgeoisie) angehört, wobei letztere sich an der Arbeit der Mehrheit bereichern. Die historisch gewachsene Einteilung in Fabrikangestellte:r (Arbeiter:innenklasse) und Fabrikbesitzer:in (herrschende Klasse) hat sich mit dem Fortschreiten der Industrialisierung verändert. Zur Arbeiter:innenklasse gehören heute unter anderem Bauarbeiter:innen, Pfleger:innen, Lehrer:innen, Menschen, die unbezahlte Care-Arbeit verrichten, und Auszubildende. Kurz: Menschen, die ihren Lohn selber erarbeiten, um über die Runden zu kommen. Angehörige der herrschenden Klasse leben nach wie vor von der Arbeit der Arbeiter:innen. 


Die Konsequenz

Die Schere zwischen Arm und Reich geht immer weiter auf. Während sich die Reichtümer der Welt auf immer weniger Milliardäre konzentrieren, lebt der Grossteil der Weltbevölkerung in Armut.

Um diese Teilung der Gesellschaft in Ausbeutende und Ausgebeutete zu vertuschen, werden künstliche Grenzen gezogen. Uns wird vorgegaukelt, wir hätten mit unserem Schweizer Chef mehr gemeinsam, als mit migrantischen Mitarbeiter:innen, Geflüchteten oder Arbeiter:innen in anderen Ländern. 

Dagegen wehren wir uns: Seite an Seite stehen wir mit unseren proletarischen Freund:innen weltweit gegen dieses verbrecherische System! Wir haben eine solidarische Welt zu gewinnen!



Heraus zum revolutionären Tag der Arbeiter*innen -

Gegen Ausbeutung, Krieg und Kapitalismus

1. Mai 2026 | 18.00 Uhr | Rosengarten | Bern


Heraus zum revolutionären 1. Mai in Bern

Hier findest du Informationen rund um die Demonstration zum Kampftag der Arbeiter*innen am Ersten Mai in Bern